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altIndustriegebiete, Bahntrassen, Brücken – diese Orte bilden den Rahmen von Andreas Heinzes Comic-Geschichten. „Es sind die runtergerockten Ecken, die mich interessieren. Orte, an denen jeder üblicherweise vorbei geht und von denen niemand Notiz nimmt. Dort finde ich die Details, die mir Spaß machen“, sagt Andreas Heinze. Aber nicht nur diese unwirtlichen Plätze bilden die Kulisse in den Geschichten des Oberhausener Künstlers. Auch die Vorzeigeorte der Stadt tauchen dort auf – etwa der Gasometer, der Wasserturm oder das Schloss Oberhausen. Seit dem 19. Juni 2012 ist eine Auswahl seiner Comics in der Volkshochschule Oberhausen im Foyer des Bert-Brecht-Hauses zu sehen.

 

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Der Cartoon "ACAB" von Andreas Heinze. © Andreas Heinze

In der Plakat-Show „Oberhausen und der Rest der Welt“ setzt der gebürtige Oberhausener seine kreative Sicht auf seine Stadt in Beziehung zu seiner eigenen Welt. Die fotorealistischen Zeichnungen zeigen zum einen alltägliche Situationen und Orte, die jedem Oberhausener bekannt sein müssten, und zum anderen greifen die Bildergeschichten das aktuelle Weltgeschehen auf. „Oberhausen bildet nur die Kulisse meiner Geschichten. Meine Zeichnungen zeigen zwar die Orte, an denen ich mich bewege, aber es dreht sich alles um mich und meine Erfahrungen. Es sind semiautobigrafische Geschichten. Mein Umfeld, Bekannte und ich selbst stehen im Mittelpunkt.“


Humoristisches Augenzwinkern, garniert mit einer Prise schwarzem Humor
In insgesamt 20 farbigen Zeichnungen betrachtet Andreas Heinze Situationen aus unterschiedlichen Blickwinken und immer mit einem humoristischen Augenzwinkern, garniert mit einer Prise schwarzem Humor. Die Bilder sind bisher unveröffentlicht und werden erstmalig öffentlich präsentiert.
Andreas Heinze studierte an der Universität Duisburg-Essen Diplom-Pädagogik und hat eine Ausbildung zum Druckvorlagenhersteller absolviert. Der 43-Jährige zeichnet bereits so lang, wie er einen Stift halten kann.

CoverdesMagazins„Schattenseiten-ComicsfürdenRuhrpott“.©AndreasHeinze
Cover des Magazins „Schattenseiten - Comics für den Ruhrpott“. © Andreas Heinze

Ende der 90er-Jahre gab er gemeinsam mit dem Zeichner Martin Jablonka zwei Jahre und acht Ausgaben lang das Comic-Magazin „Schattenseiten - Comics für den Ruhrpott“ heraus. Heute arbeitet Andreas Heinze alias flauteboy als freiberuflicher Illustrator.

Sanfte Maschinen – eine irre Persiflage auf Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg
Die fotorealistischen Hintergründe seiner Arbeiten ähneln denen des Essener Zeichners Jamiri: „Unsere Bilder gleichen sich an einigen Stellen. Aber während Jamiri Geschichten für Intellektuelle schreibt, mache ich eher profanes Zeug“, schmunzelt Andreas Heinze. „Aber natürlich mache ich viele andere Geschichten – habe zum Beispiel mit pulvis, cinis et nihil eine animierte Geschichte gezeichnet oder bei Undergroundcomix den Comic Sanfte Maschinen herausgebracht – eine irre Persiflage auf Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg. Meine Zeichnungen ziehen sich quer durch alle Stile.“

„Mein Hund ist oft Aufhänger meiner Geschichten.“
Inspirieren lässt sich Andreas Heinze nicht nur von unterschiedlichen Stilen, sondern auch von unterschiedlichen Zeichnern: vom bekanntesten Disney-Zeichner Carl Barksüber den MAD-Magazin-Comiczeichner und Carto

Ausstellungsflyerzu„OberhausenundderRestderWelt“.©AndreasHeinze
Ausstellungsflyer zu „Oberhausen und der Rest der Welt“. © Andreas Heinze

onisten Jack Davis bis hin zum britischen Comickünstler Simon Bisley. Eine weitere Inspirationsquelle für den Oberhausener: sein Dobermann-Schäferhund-Mischling. „Mein Hund ist oft genug Aufhänger meiner Geschichten, immer bei meinen Streifzügen durch Oberhausen dabei und begleitet mich schon seit vielen Jahren. Das Tier ist mir wichtig.“
Die Ausstellung „Oberhausen und der Rest der Welt“ ist noch bis zum 20. Juli 2012 zu den Öffnungszeiten der Volkshochschule Oberhausen geöffnet.

uns die „Kumpel-Mentalität“ erhalten bleiben oder wird sich dies wandeln?